momentnatur.ch, Daniel zimmermann, Bergführer, CH- 3855 Brienz

AGB's 

Allgemeines:

Der einzelne Vertrag besteht aus den folgenden Vertragsbestandteilen, Vereinbarungen zwischen dem Gast oder Teilnehmer (Auftraggeber) und dem Bergführer (Beauftragter).
Der Bergführer haftet für die sorgfältige Auftragserfüllung nach dem Wissen und dem Können, die bei einem Bergführer mit schweizerischem Fachausweis vorausgesetzt werden dürfen und müssen, gemäss den gesetzlichen Haftungsbestimmungen.
Der Gast/Teilnehmer ist verpflichtet, die Weisungen des Bergführers strikte zu befolgen. Im Widerhandlungsfall ist der Bergführer zum sofortigen Abbruch berechtigt, der Gast/Teilnehmer zur vollständigen vereinbarten Vergütung verpflichtet. Der Gast/Teilnehmer ist auch verpflichtet sämtliche zur Aktivität relevanten Fakten zu medizinischen, psychischen und anderen Themen unaufgefordert offen zu legen. (z.B. Diabetes, Bluter, psychische Eigenschaften, Fitness, fehlendes techn. Material usw.).
Sämtliche Aktivitäten werden individuell auf den Gast/Teilnehmer zugeschnitten. Die Durchführung erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen und orientiert sich an den allgemeinen Gesetzmässigkeiten, welche in unserem Berufsstand üblich sind. Das gangbare Risiko dabei ist kein absoluter Wert. Dieses gilt es möglichst gering zu halten. Bei verschiedensten Aktionen ist das minimalste Risiko jedoch kein brauchbarer Wert. Z.B. jeder Lawinenhang birgt 30° oder mehr Hangneigung; das begehrteste Skifahren findet ebenfalls im 30° bis 45° Gelände Statt. Eine Entscheidung im freien Gelände, mit bestem Wissen und Gewissen gefällt, dort Ski zu fahren, birgt zwingend, für die ganze Gruppe, strukturell höhere Risiken als im flachen Gelände. Das Risiko ist somit eine, vom Führer bewusst gewählte, und vom Gast/Teilnehmer bewusst akzeptierte Lösungsmenge. Als Profi sind wir dazu verpflichtet den Rahmen vom Erlebnisraum zu bewirtschaften, so dass Unvorhergesehenes begrenzte Wirkung entfalten kann. Es ist also ein ständiges ausloten von Schadenswahrscheinlichkeiten und dem potentiellen Destruktionspotential.
 
Restrisiken bestehen zu jedem Zeitpunkt. Verletzungen zu erfahren ist zu jeder Zeit möglich. Der schlimmste Fall, ein Unfall mit Todesfolge ist somit nicht auszuschliessen. Der Gast/Teilnehmer anerkennt, dass der Bergführer trotz viel Erfahrung und Fachgemässem verhalten und handeln nicht alle Eventualitäten ausschliessen kann. Der Gast/Teilnehmer ist bereit, das gangbare Risiko zusammen mit dem Bergführer einzugehen. 
In «speziellen Umständen» muss das Risiko jedoch allerseits (Gast, Teilnehmer und Führer) gänzlich verstanden werden. Der Führer muss dies klar kommunizieren. Das trifft zu, wenn der Führer die Aktion vom Gast/Teilnehmer nicht mehr aktiv mitgestalten kann. Wenn Erfolg zum grossen Teil mit Abrufen seiner eigenen Fähigkeiten zu tun hat. z.B. Skifahren im steilen Gelände, welches bei einem Sturz unvorhersehbare Folgen haben kann (Absturzgefahr durch Fahrfehler). Sind solche Aktionen Teil der gewünschten Ziele, wird der Führer zum Coach. Der Coach ist in der Verantwortung die Fähigkeit vom Gast/Teilnehmer richtig einzuschätzen. Ist die Leistungsfähigkeit seitens Gast/Teilnehmer zweifelhaft, muss der Coach die Aktion unterbinden und alternative Lösungen erzwingen. Bei Durchführung solcher Aktionen sind alle Beteiligten in der Verantwortung ihre Fähigkeiten abzurufen. Der Führer kann in dieser Situation strategische Entscheidungen treffen, die einzelnen Aktionen aber nur coachen. Der Erfolg solcher Aktionen hängt vor allem vom Abrufen eigener Fähigkeiten jedes  Beteiligten ab. Diese «speziellen Umstände» sollen bei allen Beteiligten so früh wie möglich aufgeklärt sein. Zwangspassagen werden so vermeiden.
Abschluss des Vertrages:
Der einzelne Vertrag (Bergführerauftrag) ist ausschliesslich dem schweizerischen Recht unterworfen, auch wenn der Vertrag ganz oder teilweise im Ausland erfüllt wird. (Art. 394 ff. OR)
Auch mündliche Abmachungen gelten als Verträge. Sie beruhen auf gemeinsamem Erörtern der Ziele. Unter welchen Umständen, d.h. wie, wo und wann und zu welchem Preis man was erzielen will. Der Vertrag gilt sobald die Vertragsparteien sich über die wesentlichen Punkte einig geworden sind und ist somit verbindlich. Wird die Tour von der einen oder der anderen Partei annulliert, gelten untenstehende Annullationsbedingungen. Eine allfällige Auftragsbestätigung des Bergführers oder des Gastes/Teilnehmers in schriftlicher Form (Brief, E-Mail usw.) ist nicht Bedingung für die Gültigkeit des Vertragsabschlusses. Eine schriftliche Aufarbeitung wird nur bei komplexeren Arrangements oder auf ausdrücklichen Wunsch seitens Gast/Teilnehmer erstellt. Der mündliche Vertrag kann auf Wunsch beider Seiten zur besseren Transparenz gegenüber Dritten auch nachträglich schriftlich ausgestellt werden.
Kosten:
Die daraus entstehenden Kosten sind wie folgt aufgeteilt zu begleichen:
Der Führer wird mit dem vereinbarten Tageshonorar von Gast/Teilnehmern bezahlt. Zeitpunkt und Zahlungsart nach Vereinbarung jedoch spätestens unmittelbar nach der Tour.
Sämtliche Spesen für Gast/Teilnehmer und die des Bergführers werden direkt vom Gast/Teilnehmern beglichen. Das sind Reise, Übernachtung, Essen, usw.
Bei Gruppen werden jeweils all diese Kosten unter den Teilnehmern aufgeteilt.
Annullation:
Muss der Bergführer aus einem Grund, der innerhalb seines persönlichen Risikobereiches liegt (z.B. Unfall, Krankheit, familiäre Ereignisse usw.) absagen, werden beiderseits keine Vergütungen bzw. Entschädigungen geschuldet. Annullationsbedingungen der einzelnen Spesentreiber (Hotel, Hütten usw.) gehen zu Lasten Gast/Teilnehmer.
Muss der Bergführer aus einem Grund, der ausserhalb seines persönlichen Risikobereiches liegt absagen, (ungünstige Verhältnisse, unmögliche Verkehrslage, Abgebrannte Hütte, Revolution im Land, Epidemien usw.) schuldet der Gast/Teilnehmer die vereinbarten Tageshonorare. Annullationsbedingungen der einzelnen Spesentreiber (Hotel, Hütten usw.) gehen ebenfalls zu Lasten Gast/Teilnehmer.
Tätigkeiten, Ziele können nach Verhältnissen neu definiert werden. Daten können nach Möglichkeit beider Seiten in einem gewissen Rahmen vor- oder nach hinten geschoben werden. Tätigkeiten lassen Verschiebungen wegen saisonalen Bedingungen, persönlichen Verpflichtungen, Flugzeugbuchungen usw. jedoch oft nicht zu. Verhindern Verhältnisse oder andere Faktoren dieses, sind nebst den tatsächlich entstandenen Spesen auch die vereinbarten Bergführer Tageshonorare geschuldet.
Verschiedenste individuelle Tourenfenster sind seitens Bergführer meist langfristig geplant und aneinandergereiht. Annullierte Fenster sind oft schlecht wieder zu besetzen. Daher gilt: Frühzeitige Annullation hat keine Kostenreduktion zur Folge.
Versicherungen:
Teilnehmer: Sämtliche Versicherungen z.B. Annullationskostenversicherungen, Kranken, Unfall und Bergungsversicherungen sind Sache der Teilnehmer. Diese sind unbedingt empfohlen.  
Versicherung Bergführer: Der Bergführer verfügt über seine eigenen Kranken, Unfall und Bergungsversicherung. Er verfügt u.a. auch über eine Berufshaftpflicht von 10 Mio CHF.  
Gerichtsstand:
Für die Beurteilung allfälliger Streitfälle aus dem Bergführervertrag sind die ordentlichen Gerichte zuständig. Die Vertragsparteien vereinbaren den Wohnort des Bergführers als ausschließlichen Gerichtsstand.

Letzte Überarbeitung. Brienz Jan. 2020 / Daniel Zimmermann / momentnatur.ch